
Hanabi: Die Regeln
Geschrieben von Guido Mittwoch, 15 August 2012 - 09:37
Kooperativer Leuchtkracher
Bei uns in Konstanz war letztes Wochenende das große, alljährliche Seenachtsfest. Groß, weil um die 60.000 Leute in die Stadt strömten, um das ganze Wochenende an Fress- und Saufbuden Ihr Geld zu lassen und hinterher in Stuttgart und Umland erzählen zu können, wie schön doch der Bodensee sei. Alljährlich, weil das den Anwohnern glaub ich jedes Jahr im Sommer auf die Nerven geht. Einheimische sind meistens nicht gewillt, auch noch 16 Euro Eintritt zu bezahlen (sogar Boote auf dem See wurden abkassiert) und wandern ab zum kostenlosen Spektakel in die schweizer Nachbarstadt. Dafür rächt sich umgehend die Orga und sperrt alle Brücken seitlich mit Planen ab, damit niemand abends womöglich für umsonst das Abschluss-Feuerwerk sehen könnte.
Das war dann auch ganz dufte, so die einhellige Meinung. Denn der Star des Abends war eine pyrotechnische Rarität, eine japanische Chrysanthemenbombe Kaliber 300. Hergestellt werden diese Mega-Böller ausschließlich in Japan und dürfen weder im Flugzeug noch per Schiff transportiert werden, da extrem gefährlich. In Europa gibt es nur sehr sehr wenige davon. Die Arbeit an solch einem Ding dauert 4 Wochen, in 8 Sekunden ist das Lichterspektakel dann schon wieder vorbei.
Welch wunderbare Überleitung: Die kugelförmigen Bomben werden traditionell beim japanischen Hanabi eingesetzt. Und zu solch einem Feuerwerksfest lädt uns die Abacus-Neuheit
Hanabi. Zwar ist das Spiel noch im Druck, aber es gibt jetzt bereits die endgültigen Illustrationen zu sehen (nur leicht nachgebessert im Vergleich zur
Vorschau) und die Regel. Wenn Ihr also wissen wollt, ob das kooperative Kartenfalschrumhalten Euren Geschmack trifft, dann ladet Euch die Anleitung herunter und lest nach.
Und am Ende wird das Spiel sicherlich weniger als die 16 Euro eines Seenachtsfestes kosten - inklusive Spielspaß, der länger als 8 Sekunden dauert.
Schön war das Feuerwerk ja doch. Die Chrysanthemenbombe hat der Filmer am Anfang noch knapp mitgenommen:
Hanabi wird ein Spiel von Antoine Bauza
Erscheint im Herbst bei Abacusspiele
Für 2 bis 5 Hanabishi ab 8 Jahren
Preis: Rund 8 Euro

LemuelG
Mittwoch, 15 August 2012 - 14:27Ich muss einfach fragen:
1. Die japanische Chrysanthemenbombe wurde in Japan hergestellt.
2. Japan ist eine Insel.
3. Sie darf weder mit Schiff noch mit Flugzeug transportiert werden.
4. Sie kam am Bodensee zum Einsatz.
Wie zur Hölle kam die japanische Chrysanthemenbombe an den Bodensee????

Elektro
Mittwoch, 15 August 2012 - 14:36hihi, das habe ich mich zunächst auch gefragt - aber schon mal etwas von der Tunnel-Expansion von Small World gehört? ;)

LemuelG
Mittwoch, 15 August 2012 - 14:39Habe ich ... und von Transporterräumen und Wurmlöchern in den Delta-Raum auch ... aber ich wollte es halt ganz genau wissen ... ;-)

Guido
Mittwoch, 15 August 2012 - 14:44Einfachste aller Antworten: Einige wenige werden in Europa hergestellt.
Kriminalistische Antwort: Sie wurde geschmuggelt.
Action-Antwort: Ein wagemutiger Pilot in einer alten Cessna hat unter Einsatz seines Lebens die Bombe aufs Festland transportiert, dann übernahm ein Toyota-Pickup Baujahr 1983 den Transport durch China, Indien, Pakistan, Syrien, Türkei. Ab Istanbul schipperte sie ein verzweifelter Kapitän, der das Geld für die OP seiner herzkranken Tochter brauchte, nach Venedig. Von dort aus brachte ein Fahrradkurier, der auf Grund der Gefahrenstufe nur Nachts über alpine Pässe radeln durfte, die Bombe an den See.
Im Ernst: Das Ding hatte Gefahrenklasse 1, also wie instabiler Sprengstoff. Wiki weiß mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Explosionsgefährlich Irgendwie wird man das schon transportieren dürfen, vielleicht doch unter bestimmten Auflagen mit Schiff oder Flugzeug. Aber derart reisserisch wurde das Ding zumindest beworben.

Sternenfahrer
Mittwoch, 15 August 2012 - 19:22Balanceakt des Autors: Spannende Intros schreiben, die aber nicht interessanter als das eigentliche Thema sein sollten... :)

Guido
Donnerstag, 16 August 2012 - 08:53Alles im Dienste des Edutainments, lieber Sternenfahrer. Eine gute Geschichte will erzählt werden. Und über die Hintertür wird der Leser obendrein informiert.