
Panda in Sicht
Geschrieben von Guido Donnerstag, 1 Dezember 2011 - 12:47
Neu im Regal: Takenoko
Wir haben ihn gesichtet. Derzeit werden viele bunte Spieleschachteln bei Asmodee eingelagert. Ja, diese einen da mit dem Panda mit Schirmchen vorne drauf. Gerade noch rechtzeitig bevor die heiße Liebelei aus Essen bei so manchem abgekühlt ist.
Takenoko heißt das neuste Werk des talentierten, produktiven, attraktiven, starken und unglaublich geschickt
Mogel Motte spielenden Antoine "
7 Wonders" Bauza.
Einige wenige Glückliche durften die mangaeske Box bereits in Essen in Händen zu halten, viele haben es gespielt. Und nicht selten erreichten mich anfragen mit solchem oder so ähnlichem Wortlaut "Hey, unser Mann in Frankreich, sag uns wann Takenoko erscheint". Da habt ihr die Antwort, nimmersatte Leserschaft: Jetzt. Das Spiel hat den November-Termin um knappe 12 Stunden verpasst. Geht ja noch. Oder habt ihr euch gelangweilt?

Wer es nicht kennt: Takenoko ist nicht französisch, aber japanisch. Und es ist ein gaaanz aaalter japanischer Spruch, noch aus dem Mittelalter. Der heißt so viel wie "Dem geschenkten Panda stopft man was ins Maul". Welch ein trefflicher Titel für das vorliegende Spiel. Denn wir Spieler sind Gärtner am japanischen Hof. Und haben aus China einen Panda zur Aufsicht bekommen! Das soll bekanntlich nicht stören - wenn das Vieh aber gierig den jahrzehntelang gepflegten Zunftbambus wegschnabuliert, dann ist das schon schade.
Und darum gehts auch prinzipiell: Wir ziehen Bambus hoch, füttern notgedrungenermaßen den Panda und sorgen sich vor allem um das Wohl des Gartens. Für all diese drei Sachen gibt es nämlich Punkte, vorgeschrieben durch Aufgabenkarten. Der Garten startet klein und nur mit einem zentralen Teich, von dem aus die Bewässerungsgräben durch das Grün mäandern. Wer am Zug ist, der wirft erstens den Wetterwürfel (Extra-Aktionen, Bambuswachstum, Pandaschreck) und macht dann seine zwei Aktionen: Man darf neue Beete anlegen, Bewässerungskanäle ziehen, den Gärtner bewegen und dadurch Bambus wachsen lassen, den Panda ziehen und ein Bambusstück fressen lassen oder eine neue Aufgabenkarte ziehen.
Je nach Spielerzahl muss eine gewisse Anzahl an Aufgaben erfüllt werden, dann ist die Partie vorbei. Alle zählen ihre Punkte. Und einer gewinnt. Der Gastroenterologe des Pandas wahrscheinlich.
Das Material ist hübsch, die Illustrationen neuartig anders. Eben typisch für ein französisches Spiel, die stehen dort ja derzeit auf den asiatischen Touch. Spielerisch geht es drunter und drüber, denn der eine Spieler will Bambus züchten, der andere diesen mit dem Panda fressen, der nächste legt Beet um Beet an. Das sorgt für Konflikt, ohne kriegerisch zu werden. Ein Familienspiel mit viel Klasse. Ich freu mich auf die ersten Partien.
Und gleich die Nummer 74 mit Spezi: Bambussprossen süß-sauer.
Takenoko ist ein Spiel von Antoine Bauza, illustriert von Nicolas Fructus, Joel Van Aerde & Yuio.
Erschienen bei Matagot und Bombyx
Für 2 bis 4 Gärtner ab 8 Jahren
Preis: Rund 30 €