Promis, Prinzen, Philosophen
Geschrieben von Donnerstag, 16 Juni 2011 - 09:39

Demnächst im Regal: Fame Us

Brille tragende, tätowierte Prinzessinnen treffen auf bärtige Fernsehmoderatoren, die tanzen. Wo gibt’s so was? Wohl nur in der schillernden Welt der Promis – oder bei abgefahrenen Partyspielen. Keine Angst, man muss sich nicht zum Affen machen und kann gemütlich im Sitzen spielen. Vielmehr ist Kreativität gefragt, ein bisschen Bluff und Menschenkenntnis. Und ein Abo von Gala, Bunte oder Superillu kann auch nicht schaden. Ich rede vom ersten Spiel mit Diskokugel auf der Schachtel: Fame Us.

Moonster Games ist in der französischen und internationalen Spieleszene seit Gosu bekannt. Das Kartenspiel um den Aufbau bunter Goblinarmeen fand schnell Freunde und hat dem Ein-Mann-Verlag einen guten Start beschert. Neben dem für den Herbst angekündigten Cat & Chocolate-Horror-Reboot Texas Zombies (Hier ein Ausblick) können die Moonster aber auch lustig sein: Fame Us fällt in die Kategorie Partyspiel. Ab Mitte Juli erscheint es in Frankreich, eine englisch und deutsche Version sei in Planung, so Moonster Games-Chef Emmanuel Beltrando.

Die 100 Karten zeigen Attribute für Personen: Mann, König, Fußballer, trägt eine Brille, und so weiter. Da Fame Us für 4 bis 8 Spieler ist, spielt man in Teams. Ziel eines Teams ist, so wenig Karten wie möglich auf der Hand zu haben. Problem des Teams ist, dass man nicht weiß, wer zusammengehört.

Zunächst werden zehn Karten gezogen und beiseite gelegt. Sie zeigen an, dass maximal über zehn Runden gespielt wird und legen in jeder Runde ein Anfangsattribut vor. Das Spiel endet frühzeitiger, wenn jemand keine Handkarten mehr besitzt.

Wer am Zug ist, der wählt und legt eine seiner Handkarten dazu. Er denkt dabei an eine berühmte Person, einen Promi oder sonst wie bekannten Menschen. Je mehr Karten liegen, desto kleiner wird natürlich der Bereich, so jemanden sinnvoll zu umreissen. Natürlich kann man auch bluffen und einfach eine Karte legen, ohne wirklich eine Persönlichkeit im Kopf zu haben, auf die die Attribute zutreffen.
Der nachfolgende Spieler darf, wenn er schon so was ahnt, seinen Vorgänger des Bluffs beschuldigen. Dieser muss dann die Person nennen. Kann er das nicht, muss er drei Karten nachziehen – ansonsten der Anschuldigende. Wie gesagt, mit mehr offenliegenden Karten wird es immer schwerer, tatsächlich jemanden zu finden, auf den die Karten alle zutreffen. Sollte es hierbei zu Zweifeln kommen, dürfen alle mitdiskutieren – und das wird zweifelsfrei passieren. Damit keiner seinem Teampartner argumentatorische Schützenhilfe leisten kann, werden die Teamkarten erst bei Spielende offengelegt.
Wer rein gar keine Idee hat und sich auch nichts aufs Glatteis bewegen will, der kann in seinem Zug auch alternativ einfach eine Karte ziehen.

Ein Beispiel: Die erste Karte gibt vor: „Raucher“. Spieler A legt dazu „Lebt noch“. Spieler B: „Philosoph“. Spieler C hadert schon: Gibt es einen noch lebenden, rauchenden Philosophen? Blufft B oder hat er da tatsächlich jemanden im Sinn? Es wird spannend. Würde euch jemand einfallen?

Ein relativ einfaches Spielprinzip also, bei dem munter diskutiert und definiert wird. Eine Partie dauert dadurch auch nur flotte 20 Minuten.
Wer jetzt schreit: "Das ist doch eine Kopie von Ein Solches Ding!" hat nur teilweise Recht. Denn die Idee hinter sowohl Fame Us als auch Ein Solches Ding liegt bei einem sehr alten französischen Schülerspiel namens Quart de Singe, bei dem es um Buchstabenketten geht (Hier die frz. Beschreibung).

Fame Us ist ein Spiel von Christophe Hermier
Erscheint Mitte Juli bei Moonster Games. Die deutsche Version voraussichtlich etwas später.
Für 4 bis 8 Gala-Leser und RTL2-Gucker
Preis: Rund 20 €

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