Rasenschach mit Anziehpuppen

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Die neue Lieblings-Durchhalteparole der Deutschen lautet: Der Frühling wird kommen! Bald! Ganz arg bald! Wir müssen nur noch ein bisschen Geduld haben! Und wenn er dann endlich da ist, der Frühling, dann ist Schluss mit Schnee, Nebel und trüben Tagen. Dann kommt endlich wieder die Sonne raus und wir können alle draußen hüpfen, springen, lachen, grillen, baden und vor allem eins: spielen.
Damit wir bis dahin auch ausreichend mit guten Outdoor-Spielen versorgt sind, machen uns die Herren der Ideenschmiede Paul & Paul (oder kurz IPP) aus dem Schwarzen Loch des Rennfahrer-Universums Kerpen ein Angebot auf Kickstarter. Die Jungs basteln schon seit einigen Jahren an ihrem großen Traum, die ultimative Fussballsimulation zu kreieren. KiCKeT! vereint dabei ziemlich clever aktionsreiche mit strategischen Elementen. Und weil 50 Prozent des IPP-Teams wie der verehrte Chefredakteur auch Guido heißen, nehme ich mich des Themas an. Die gelobte journalistische Integrität von Tric Trac bleibt also gewahrt. Der Doc kickt mit Euch.

...und muss sich als promovierter Sprachwissenschaftler doch arg über diesen seltsamen Namen wundern. Warum KiCKeT! und nicht KICKET oder Kicket? Binnenmajuskel sind doch Elemente billigen Marketings.

Wir Spieler agieren zu gleichen Teilen als Fussballer und als Coach. Das soll dann so funktionieren:

Wer den Anstoss hat, der stellt seine Figuren zuerst auf, dann folgt der Gegner. Los geht es: Statt den Ball zu treten, schieben wir abwechselnd unsere Holzmänner mit dem Fuß weiter, um sie nahe am Ball zu halten. Reingrätschen seitens des Gegners ist erlaubt, um mir die Pille abzunehmen, kann aber auch zum Stürmerfoul werden. Weniger als eine Fußbreite zwischen Figur und Leder bedeutet Ballbesitz. Wer ihn hat, der darf damit Torschüsse wagen. Und darum geht es ja beim Fußball - irgendwie.

Wir schieben, schubsen und treten also unsere Miniaturkicker über den Rasen und simulieren 90 MInuten Spielverlauf mitsamt Freistößen, Einwurf und Elfmeter. Die eigentlichen Ballaktionen werden allerdings nicht von den Holzjungs erledigt. Anders als bei Tipp-Kick und Co. nutzen wir dafür nicht unsere Männchen. Ballaktionen erledigen wir stattdessen lieber eigenhändig. Oder besser gesagt: eigenfüßig. Denn sowohl das strategische Manövrieren als auch das Ballspiel werden bei KiCKeT!, wie es sich für ordentliche Fußballer gehört, natürlich auch per Fuß erledigt. Bei KiCKeT! treffen also Tipp-Kick, FIFA 13, Bundesliga-Manager und echtes Ballgefühl aufeinander.


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KiCKeT!
bietet eine Menge detailverliebter Ausstattung für den geneigten Gartenkicker.
KiCKeT! hat es sich zum Ziel gemacht, das Fußball-Spiel für alle zu werden. Wer ganz einfach bei sommerlicher Grillerei und mit einem Bierchen in der Hand ein bisschen kicken und Spaß haben möchte, der ist hier genauso angesprochen wie die kommenden KiCKeT!-Experten, die sich auf Turnieren messen wollen. Aber warum zu dieser Neuinterpretation der offiziellen FIFA-Fußballregeln von 1938 greifen statt nur mal so gemütlich hinterm Haus zu kicken? Weil man auch zu zweit das Gefühl hat, eine ganze Mannschaft zu führen.


Die Herren von IPP haben für KiCKeT! ein umfangreiches Regelwerk gestaltet, das Spiel aber dennoch bewußt einfach gehalten. Immerhin sorgen geringe Einstiegshürden für unkomplizierten und schnellen Spielspaß. So sind zum Beispiel die Anzahl der lebenden als auch die der hölzernen Spieler frei wählbar. Auch das Spielfeld wird den jeweiligen Gegebenheiten angepasst.
Gespielt wird auf einem Feld in der Größenordnung von vier bis neun Metern Länge und einer Breite zwischen drei und sechs Metern. Obwohl die Fußballsimulation als Outdoor-Spaß konzipiert ist, lässt sich der Kick bei Regen oder Schnee (also jetzt) auch einfach ins Wohnzimmer, die Kneipe oder ins Büro verlegen (man sollte sich nur nicht vom Chef dafür die Rote Karte geben lassen).

KiCKeT! wird in verschiedenen Sets angeboten - beginnend bei der One-to-One Schachtel mit zwei Fußballern, zwei Toren und einem Ball, bis hin zur Pro-Deluxe-Ausgabe mit acht Feldspielern, zwei Keepern, Toren, Ball und viel detailverliebtem Schnickschnack.

A propos detailverliebter Schnickschnack. Die Macher von KiCKeT! haben es sich nicht nehmen lassen, eine ganze Produktpalette an Extras für ihr Spiel zu entwickeln. Neben den handgefertigten hölzernen Spielern und einem Echtleder-Miniaturball gibt es zahlreiche Schmankerln für Fans und kommende Sammler. KiCKeT! kann ausgebaut werden mit Eckfähnchen, Kunstrasen oder Pantoffeln für den Kick übers Wohnzimmerparkett. Für fortgeschrittene Kicker und Trainer gibt es bunte Kärtchen mit Sonderfähigkeiten. Diese können individuell den einzelnen Holz-Teammitgliedern zugeordnet werden - das hat schon fast rollenspielerische Züge. Es fordert somit mehr strategische Planung in der Aufstellung und beim Bewegen der Mannschaften - und erhöht elegant den Schwierigkeitsgrad der Partie.

Um den individuellen Gestaltungsdrang noch mehr zu fördern, bietet KiCKeT! außerdem noch die Möglichkeit, das Aussehen der Spieler komplett selbst zu gestalten, eigene Trikots zu entwerfen und diese je nach Wunsch auch zu wechseln. Wer also Lust hat, etwas tiefer ins KiCKeT!-Universum einzutauchen, der kann die gelungene Fußballsimulation also sogar noch um die altbekannte Papier-Anziehpuppe erweitern (gab es auch schon früher).

Neben Tragetaschen für das Spiel, Mini-Torwand für's Training und diversen historischen Ballvarianten bietet der KiCKeT!-Kosmos - sozusagen für die Champions League - sogar Retrokostüme von Anno 1930 für uns Spieler. In denen können wir dann ganz stilecht auf dem Miniaturfeld umherstolzieren, um mit geschickten Spielzügen und gekonnten Ballwechseln den Gegner platt zu machen. Kostet halt knappe 750 Euro.

Einen Paul-Breitner-Bart oder die Günter-Netzer-Frisur kriegt man billiger selber hin. Manche Spielfiguren erinnern nämlich stark an die WM von 1974.


Die Action-Strategie-Kickerei von Ralf & Guido sieht mit seiner Kombination aus altbekannten Elementen sehr interessant aus. Ich bin bereits auf die ersten Spiele im Strandbad oder im heimischen Garten gespannt. Vorausgesetzt natürlich, die Jungs schaffen das anvisierte Ziel und können bis Ende April 30.000 € für ihr Vorhaben zusammentrommeln.
Die KiCKeT!-Ausgaben kosten je nach Ausstattung zwischen 55 und 200 Dollar. Auch wenn das Projekt aus der Eurozone kommt. So ist eben Kickstarter.

- Startkicker bei Kickstarter werden.
Libero Doc Abstracto
Für Tric Trac




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