Rückkehr der alten Helden

"Den Erfolg eines Projekts liest der weise Mann aus den Minuten" sagten einst die Crowdfunding-Indianer. Und so scheint ja Ares' Sword & Sorcery tatsächlich ziemlich erfolgreich zu werden. 90 Minuten brauchte das Projekt, um die gewünschten 75.000 Taler zusammenzukratzen. 

Jetzt beginnt die Jagd auf die Strechgoals, kleine Tierchen, die sich im Wald von Kickstarter verbergen und nur zögerlich herauskommen. 

Für mich neu sind neben den üblichen Geldbarrieren, die es zu durchschießen gibt, um mehr Material zu bekommen, die so genannten "Social Goals", die nur dann ziehen, wenn es genug Likes auf Facebook und BGG gibt oder ausreichen Bäcker zusammengetrommelt werden.

Crowdfunding wird auch immer raffinierter. Ein Sack Miniaturen reicht für die Millionen vielleicht doch nicht.

 

(Update am 20. Oktober 2015)


 

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Artikel vom 29. Juli 2015: Helden auf der hochheiligen Quest für das Gute, den Auftraggeber oder in purer Selbstsucht. Fantasyspiele mit Miniaturen, die sich durch Horden von Monstern und unterirdische Räume wühlen, gehören dieser Tage zum Repertoire jedes echten Gernspielers. Früher gab es HeroQuest, dann kam Descent und heute ist die Spanne an solchen Dungeoncrawlern zu unübersichtlicher Größe angeschwollen.

Ares Games kündigt nun auch einen an: Sword and Sorcery.

Im April 2013 starteten die Italiener von Ares einen Kickstarter für Galaxy Defenders. Hier kämpften sich bis zu fünf Spieler in einer Mischung aus taktischen XCOM-Brettspiel und Neunziger-Jahre-Film gegen Außerirdische. Das Spielmaterial bestand aus modularen Spielplanteilen, Miniaturen und über 100 Markern. Plus Würfel und Karten. Gespielt wurde in jeder Runde nach dem für kooperative Spiele üblichen Schema: Ein Spieler führt seinen Charakter und im Anschluss macht er das, was das Spielsystem für die Aliens bestimmt. Zwischen den Missionen gewinnen die Spieler an Erfahrung, die sie in Fähigkeiten, Waffen und Taktiken ihres Charakters investieren können.

Der Heidelberger Spieleverlag bringt uns die Galaxy Defenders-Box im August übrigens auf deutsch.

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Auf diesem System basiert auch Sword & Sorcery. Helden mit Spezialkräften werden aus dem Grab gerufen, um sowohl das Königreich zu verteidigen als auch wieder zur Ruhe zu finden. Das nenne ich mal Motivation.

Frisch auferstanden sind diese epischen Helden unter der Führung der Spieler zunächst schlapp wie unsereins, wenn wir morgens um sechs aufstehen müssen. Erst im Laufe der Kampagne finden sie zu alter Frische und Macht zurück. Ob - wie bei unsereins - Kaffee im Spiel ist, ist unbekannt. Sie sammeln Seelenpunkte in den Missionen und regenerieren damit ihre legendäre Power. Die ist natürlich der Stoff mythischer Heldengeschichten; sonst hätte man ja auch unerfahrene Rekruten losschicken können, die Erfahrung sammeln und besser werden. Zumindest ein interessantes, neues Konzept.

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Wenn seinen Zwergenheld Thorgar tauft, kann kein schlechtes Spiel machen, oder?

 

Ares Games und Gremlin Project versprechen eine Weiterentwicklung von Galaxy Defenders in der Schachtel von Sword & Sorcery mit einem schnelleren und dynamischen Spielsystem. Taktische Kämpfe und ein breites Spektrum, den Charakter zu entwickeln stecken auch drin.

Der Trailer ist auch wieder eine Verbeugung vor Fantasy der Neunziger, oder?

 

 

Start der Kickstarter-Kampagne wird der September sein. Denn: Starte nie ein Crowdfunding mitten in der Urlaubszeit.



Kommentare (2)

  • raccoon
    1. Februar 2015, Super-Bowl-Night auf Sat.1, Buschi spornt die Zuschauer an, "ran" zu liken, um eine bestimmte Grenze zu überspringen, damit ein signierter Football-Helm (?) verlost wird. Die Zielmarke schien hoch gesteck, war allerdings binnen kürzester Zeit geknackt. Immer wieder interessant, wie man auf diese Weise seine Klientel erreichen kann.
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