Steuern und Legionen unter Palmen

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Was Friedemann Friese sein F, das ist Bernd Eisenstein sein P: Alle Spiele im Eigenverlag beginnen mit diesem Buchstaben: Porto Carthago, Pax oder Peloponnes (gibt's auch als App) - nur um mal eine Auswahl zu nennen. Der neuste Schlag des P-fälzers in Berlin heißt deswegen auch Palmyra.

Wie die geschichtsbeflissenen Tric Trac-Leser wissen, war Palmyra (=die Palmenstadt) durchweg in babylonischer, römischer und arabischer Zeit eine wichtige Oasenstadt, in der Besucher auch heute noch beeindruckend viele Säulen und Ruinen aus alten Tagen vorfinden. Und weil Palmyra dieser Tage im Bürgerkriegsgebiet Syriens liegt, wollen wir hoffen, dass dieses Weltkulturerbe keinen Schaden nimmt.

Bernd Eisensteins Legespiel führt uns in die Antike, als Palmyra Provinzhauptstadt war. Durch ihre Lage an der Seidenstraße war sie ein Ort des Warenhandels und gleichzeitiger Expansion.

Wir Spieler entsenden unsere Legion und den Censor, um das Gebiet zu vergrößern und Steuern zu erheben. Ab und zu schaut der Imperator persönlich vorbei und überzeugt sich der korrekten Ausübung unserer Tätigkeit. Damit es nicht zugeht wie in Condate unter Agrippus Virus.

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Wir beginnen mit einem Stadtzentrum, wo all unsere Legionen und Censoren starten. Jeder Spieler hält zudem große und kleine Landplättchen auf der Hand. Sie zeigen drei Landschaften (Wüste, Gebirge und Hügel) und einige obendrein die Objekte Turm, Oase und Karawane. Die kleinen quadratischen Plättchen werden immer an die Kanten der großen Plättchen gelegt. Die großen wiederum mit ihren langen Kanten an die kleinen Plättchen oder diagonal aneinander über ihre kurzen Kanten. Ich vermute, der Herr Eisenstein hat sich beim Blick auf so manche Küchen- oder Badezimmerfliese inspirieren lassen.

In meinem Zug habe ich die Wahl aus drei Aktionen:

- Landplättchen anlegen und Legion ziehen: Immer an einen zur Legion benachbarten Platz, anschließend besetzt die Legion das Gebiet. Als Lohn ziehe ich neue Plättchen - je mehr Übereinstimmungen in Landschaft und Begebenheit zu den angrenzenden Ländereien, desto mehr.

- Landplättchen anlegen und Censor ziehen: Hier gilt das gleiche wie bei der Legion, allerdings kassiere ich nun Münzen. Danach kann ich meinen Tributwert erhöhen, wodurch ich schöne Extramünzen verdiene.

- Figuren umsetzen: Passt mir nicht, wo Legion und Censor stehen, darf ich sie so beliebig auf freie Felder umsetzen.

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Im Profispiel kommt noch der Kaiser als Spielelement dazu: Bei der Aktion "Figur umsetzen" darf ich eine Münze zahlen und den Kaiser nehmen. Fortan habe ich dann den Bonus, jederzeit Münzen oder Plättchen als Einkommen nehmen, egal ob mit Legion oder Censor verdient. Außerdem kassiere ich immer eins mehr. Das ist natürlich super und wird erst beendet, wenn ein Mitspieler diese Option wählt und den Kaiser zu sich zieht. Es gilt also, sich gut zu überlegen, wann diese Möglichkeit mal wirklich in Betracht gezogen wird.

Bei Spielende zählen alle ihre Münzen und der erfolgreichste Steuereintreiber wird neuer Statthalter der Provinz Palmyra.

Palmyra ist ein taktisches Spiel: Wann lege ich wo an und wie viele Sesterzen kassiere ich, um optimal den Tribut auszunutzen. Zu viel Gier trocknet den Geldfluss aus, zu wenig wirft mich nach hinten. Da sollte man doch noch mal Agrippus Virus um Rat fragen, wie viel am besten für uns und wie viel für Rom übrig bleiben sollte.

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Palmyra
Ein Spiel von Bernd Eisenstein
Illustriert von Klemens Franz
Erschienen bei Irongames
1 bis 5 Spieler
10 bis 100 Jahre
Sprache der Spielregel: Deutsch
Dauer: 45 Minuten
Preis: rund 25 Euro





Kommentare (1)

  • Peerchen

    Ich habe einen Prototyp gespielt. Das ist ein praktisch komplett abstraktes Legespiel. Hat mir gefallen, ich mag aber auch Legespiele. Spielt sich anders als die meisten Spiele dieses Genres - Vom Spielgefühl (nicht vom Mechanismus!) her, würde ich es mit Maherani von Queen vergleichen, wobei mir zumindest die eine Proto-Partie besser gefallen hat.

    Full Disclosure: Bernd ist ein Freund, wir testen gegenseitig Protos und haben auch zwei Co-Produktionen in Arbeit (Falls "Arbeit" bedeutet, dass man seit nem Jahr nichts mehr an dem Projekt gemacht hat)

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